AVM FRITZ!Box 6890 LTE

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Die AVM FRITZ!Box 6890 LTE im Praxistest

Hybrid-Router für ADSL und Mobilfunk

Die Design-Ikone Audi TT feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. Wenn auch in einem ganz anderen Bereich, so hat es auch AVM mit ihren Fritzboxen geschafft, ein Alleinstellungsmerkmal zu besetzen. Dies gilt sowohl für das markante Design als auch für die einprägsame Namensgebung. Mit dem modernen Look des Flaggschiffs FRITZ!Box 7590 hat AVM einen neuen Standard gesetzt, dem auch die hier vorgestellte und getestete FRITZ!Box 6890 LTE auf überzeugende Art und Weise folgt. Das neue Design ist nicht nur moderner, auch die Material-Anmutung ist noch einen Tick hochwertiger geworden, soweit dies auf diesem Premium-Niveau überhaupt möglich war. Vom «Look & Feel» her also im wahrsten Sinne des Wortes «alles bestens». Dann nehmen wir das gute Stück doch einmal in Betrieb und schauen, ob es hält, was es verspricht.

Auspacken – anschliessen – funktioniert

Wer kennt nicht das ungute Gefühl beim Auspacken eines technischen Geräts, wenn einem eine unübersichtliche Anleitung entgegen flattert und die Befürchtung schon bald zur Gewissheit wird, dass die Inbetriebnahme viel Zeit und Nerven kostet. Was für eine Wohltat ist da hingegen der Anschluss der FRITZ!Box 6890 LTE. «Auspacken – anschliessen – funktioniert» – Punkt. In der Tat kann AVM als Musterbeispiel dienen, wie mit Hilfe einer übersichtlichen und äusserst anschaulichen Kurzanleitung in Kombination mit einer praktisch für sich selbst sprechenden Weboberfläche der Anschluss und das Setup selbst für technikferne Laien ein Kinderspiel ist. Und wer dann bereit ist, einen Schritt weiter zu gehen, wählt im FRITZ!OS die «Erweiterte Ansicht» und entdeckt so viele weitere Punkte zur Optimierung des Routers.

FRITZ!OS-Update

Der erste Schritt nach einer Neuinstallation sollte immer die Prüfung sein, ob ein Update für die Software vorliegt. AVM legt grossen Wert auf die Benutzeroberfläche ihrer Router. Das neue FRITZ!OS präsentiert sich frisch, luftig und optimal für Smartphone, Tablet und Computer. Dies dank einem modernen Responsive Design, das sich jeder Bildschirmgrösse flexibel anpasst. So werden alle Infos auch auf mobilen Geräten bestens angezeigt.

Das FRITZ!OS und dessen Benutzeroberfläche wird laufend verbessert und um interessante Funktionen ergänzt. Da ist es kaum verständlich, wenn Provider wie beispielsweise Sunrise ihren Kunden die Update-Möglichkeit auf neue Versionen vorenthalten. Wenn sich dies wenigstens auf die Leihgeräte von Sunrise beschränken würde, dann könnte man allenfalls noch darüber hinwegsehen. Definitiv ärgerlich ist es aber, dass auch bei Original-FRITZ!Box-Routern die Update-Schaltfläche ausgeblendet wird oder frech behauptet wird, die Software wäre auf dem neusten Stand.

Zumindest bei den Original-FRITZ!Box-Routern gibt es aber dennoch einen Weg, zur jeweils aktuellsten FRITZ!OS-Version zu kommen. Meine Anleitung zeigt das Vorgehen Schritt für Schritt. Auf diesem Wege können selbstverständlich auch die FRITZ! Laborversionen installiert werden, um jeweils frühzeitig den Zugang zu zukunftsweisende Technologien zu haben.

Die 6890 LTE als ADSL-Router

An einem ADSL-Anschluss betrieben überzeugt die 6890 LTE mit allen Features eines DSL-Routers. Für das WLAN nutzt auch die 6890 LTE wie bei den AVM FRITZ!Boxen üblich sowohl das 2,4- als auch das 5-GHz-Frequenzband. Mit der intelligenten Autokanalsuche wird der jeweils beste Funkkanal sichergestellt. Auf der FRITZ!OS-Weboberfläche wird dabei für jedes Gerät im Heimnetz die Verbindungsqualität angezeigt. Als zweites WLAN kann ein Gastnetz eingerichtet werden, beispielsweise für Besucher oder vermietete Ferienwohnungen im gleichen Haus.

Telefonie für alle Wünsche

An die 6890 LTE lassen sich alle heute üblichen Telefone anschliessen (analog, ISDN, IP). Getestet wurde die 6890 LTE in Kombination mit einem FRITZ!Fon C5. Dabei fiel die komfortable Synchronisationsmöglichkeit von Google-Kontakten besonders positiv auf.

USB 3.0 Anschluss für NAS und Mediaserver

An den USB 3.0 Anschluss lässt sich ein NAS oder auch ganz einfach eine externe Festplatte als Mediaserver anschliessen. Die Daten können anschliessen komfortabel abgerufen werden. Im Praxistest wurden so Musikdaten an den Network Player einer Hifi-Anlage weitergegeben. Auch das funktionierte klaglos. Dank WPS (Wi-Fi Protected Setup) musste an der 6890 LTE lediglich die WPS-Taste gedrückt werden, um die Verbindung zum Network Player herzustellen, nachdem bei diesem die Netzwerksuche aktiviert worden war.

LTE als Fallback, den variablen ortsunabhängigen Einsatz und neu auch Parallelbetrieb

Nach dem Einstecken einer SIM-Karte in die Rückseite der 6890 LTE ist diese bereit für den LTE-Einsatz. Beim Betrieb an einem DSL-Anschluss dient die LTE-Verbindung als «Fallback», d. h. sie springt ein, wenn die DSL-Verbindung ausfallen sollte. Mit dem aktuellen FRITZ!OS funktioniert das auch in der Gegenrichtung. Nachdem ein echter Hybridbetrieb zunächst nicht möglich war, unterstützt die neuste FRITZ!OS-Version nun auch den Parallelbetrieb von DSL und LTE, was natürlich zu einer deutlichen Steigerung der Geschwindigkeit führt.

Die LTE-Verbindungsvariante eröffnet aber auch weitere Nutzungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann die 6890 LTE mit an den Ferienort genommen werden, um dort eine komfortable Internetz-Nutzungsmöglichkeit für mehrere Personen zu gewährleisten. Toll ist, dass die 6890 LTE beim LTE-Betrieb im FRITZ!OS anzeigt, von wo das Signal bezogen wird und wie stark dieses ist.

Die FRITZ!Box 6890 LTE funkt auf den fünf LTE-Frequenzbändern 800 MHz, 900 MHz, 1,8 GHz, 2,1 GHz und 2,6 GHz. Damit sollte in allen europäischen Mobilfunknetzen eine Verbindung hergestellt werden können. Dank den leistungsstarken Antennen der 6890 LTE ist diese in Sachen Empfang Smartphones deutlich überlegen.

Neu auch Mesh-Unterstützung

Wie wichtig regelmässige Updates des FRITZ!OS sind, zeigt sich auch darin, dass die 6890 LTE nun auch Mesh unterstützt. Bei Mesh («Maschen») erzeugen mehrere verteilte Geräte mehrere WLAN Netze und fassen diese zu einem einzigen Netz zusammen, notabene unter einem Namen und mit einem Passwort.

FRITZ!Apps

Zu guter Letzt seien auch noch die FRITZ!Apps erwähnt. Diese runden das Gesamtpaket der 6890 LTE ab. So ermöglicht die MyFRITZ!App jederzeit den komfortablen Zugriff auf Anrufliste und Sprachnachrichten der FRITZ!Box und auch die Daten von an der FRITZ!Box angeschlossenen USB-Speichern können von überall abgerufen werden. Mit der FRITZ!App Fon kann ein Smartphone via WLAN mit der FRITZ!Box verbunden und als Festnetztelefon genutzt werden.

Persönliches Fazit

Die AVM FRITZ!Box 6890 LTE ist für mich momentan die «eierlegende Wollmilchsau» unter den Routern. Sie kann alles, was heute gefragt ist und leistet sich keinerlei Schwächen.

Die Anschlüsse der FRITZ!Box 6890 LTE auf einen Blick

  • Anbindung an LTE-Breitbandfunk mit LTE-SIM-Karte (Mini-SIM)
  • Internet über LTE (4G) mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s und über UMTS/HSPA+ (3G) mit bis zu 42 MBit/s
  • IP-basiertes, analoges oder ISDN-Festnetz
  • Anschluss von Aussenantennen über SMA-Buchsen möglich
  • DSL mit bis zu 300 MBit/s mit LTE-Fallback-Option
  • 4 × Gigabit-Ethernet
  • 1 × Gigabit WAN
  • 4 × 4 WLAN AC + N mit Multi-User MIMO
  • WLAN AC mit bis zu 1’733 MBit/s (5 GHz)
  • WLAN N mit bis zu 800 MBit/s (2,4 GHz)
  • 1 × USB 3.0
  • für bis zu 2 analoge Telefone, Fax oder Anrufbeantworter
  • DECT-Basis für bis zu 6 Schnurlostelefone
  • ISDN-S₀-Bus für ISDN-Telefone oder ISDN-Telefonanlage